DELIVERABLE 7.8 - Politischer Überblick
Die EU strebt an, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, indem sie die Treibhausgasemissionen reduziert und eine dauerhafte Kohlenstoffentfernung sicherstellt. Als Teil dieses Ziels fördert sie den „doppelten Übergang“ – ein Konzept, das digitale Technologien nutzt, um den grünen Übergang zu unterstützen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Allerdings sind Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und Fairness dieses Ansatzes aufgekommen.
Der FITTER-EU-Policy Brief betont die Notwendigkeit, die Übergangspolitik zu überdenken, um sicherzustellen, dass sie sozial inklusiv, ökologisch nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig ist. Zu den wichtigsten Erkenntnissen und Empfehlungen gehören:
Grüne Arbeitsplätze für einen gerechten Übergang neu denken. Der doppelte Übergang muss als langfristiger Prozess betrachtet werden, der eine inklusive Politik erfordert. Zu den wichtigsten Prioritäten gehören:
- Die Definition von grünen Arbeitsplätzen auf andere Bereiche wie Pflege, Gesundheit und Bildung ausweiten.
- Investitionen in maßgeschneiderte Umschulungen, um die Fähigkeiten der Arbeitskräfte an die sich wandelnden Anforderungen der Branchen anzupassen.
- Bekämpfung der Verbraucherarmut, z. B. Energie- und Verkehrsarmut, durch zugängliche, emissionsarme Lösungen.
Grünes Wachstum für einen gerechten Übergang neu denken. Ein gerechter Übergang zur Netto-Null erfordert mehr als nur grünes Wachstum – er erfordert eine Umstrukturierung der wirtschaftlichen und sozialen Systeme. Aktuelle Modelle, die sich auf das BIP konzentrieren, berücksichtigen weder Ungleichheit noch soziale Werte und ökologische Grenzen. Alternative Konzepte wie die Donut-Ökonomie schlagen vor, das Wohlergehen vor das Wachstum zu stellen, unterstützt durch technologische und soziale Innovationen. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören:
- Einbeziehung lokaler Gemeinschaften in die gemeinsame Entwicklung integrativer, standortbezogener Übergangsstrategien.
- Anwendung einer multikriteriellen Analyse zur Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen und zur Messung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen innerhalb der planetarischen Grenzen.
Governance für einen gerechten und effektiven doppelten Wandel. Um den grünen und digitalen doppelten Wandel effektiv zu bewältigen, ist ein dynamisches, integratives und koordiniertes Governance-Modell unerlässlich. Der FITTER-EU-Bericht enthält fünf wichtige Empfehlungen:
- Einrichtung integrierter Governance-Strukturen, um grüne und digitale Ziele auf allen Ebenen aufeinander abzustimmen.
- Stärkung der lokalen Kapazitäten durch die Verknüpfung von Investitionen mit technischer Hilfe und die Straffung der Finanzierungsverfahren.
- Durchsetzung sozialer Gerechtigkeit durch intersektionale Folgenabschätzungen und gezielte Unterstützung für benachteiligte Regionen.
- Institutionalisierung der Einbindung von Interessengruppen durch die Gewährleistung der Beteiligung der Zivilgesellschaft in jeder Phase der Politikgestaltung.
- Verbesserung der Transparenz und des adaptiven Lernens durch offene Daten-Dashboards und regelmäßige Überprüfungen der Politik.
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