Einbettung sozialer Gerechtigkeit in die Forschung zum doppelten Übergang: Konzepte, Definitionen und methodischer Ansatz (3)
Das Dokument befasst sich mit der FITTER-EU-Methodik, die aus drei miteinander verknüpften Ansätzen besteht. Erstens hilft die Systemuntersuchung Forschern und politischen Entscheidungsträgern, über oberflächliche Probleme hinauszublicken, indem sie Instrumente wie Kausalschleifendiagramme und Hebelpunkte einsetzt, um die tiefer liegenden Strukturen zu identifizieren, die zu nicht nachhaltigen Ergebnissen und sozialen Ungleichheiten führen. Zweitens wird die Risikobewertung eingesetzt, um die Wahrscheinlichkeit und Schwere unbeabsichtigter Folgen zu bewerten, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, die traditionelle Analyse durch Systemdenken zu ergänzen, um strukturelle Ungleichheiten besser zu bekämpfen. Drittens berücksichtigt die Folgenabschätzung die weiterreichenden Auswirkungen von politischen Maßnahmen und achtet dabei besonders darauf, wie sich Veränderungen auf verschiedene Gruppen auswirken könnten, insbesondere im Hinblick auf geschlechtsspezifische und intersektionale Ungleichheiten.
Aufbauend auf früheren Arbeiten konzentriert sich FITTER-EU nun auf gezielte politische Ziele in drei wichtigen Analysebereichen: Energie, Verkehr und Wohnungswesen. Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf erneuerbaren Energien, Elektromobilität und klimaresistentem Wohnungsbau. Diese Themen, die aufgrund ihrer Relevanz und politischen Infrastruktur ausgewählt wurden, werden anhand von Fallstudien in sechs europäischen Ländern untersucht. Jeder Sektor stellt einzigartige Herausforderungen dar. Im Verkehrsbereich hebt FITTER-EU Themen wie die induzierte Nachfrage nach Autos und die Unterfinanzierung des öffentlichen Nahverkehrs hervor und plädiert für transformative Maßnahmen wie die Neuzuweisung von Straßenraum und die Integration von Mobilitätssystemen. Im Energiebereich liegt der Schwerpunkt auf einer raschen Dekarbonisierung und einem gerechten Zugang zu erneuerbaren Energien, wobei der Energiearmut und einer fairen Verteilung von Kosten und Nutzen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Analyse des Wohnungswesens konzentriert sich auf das Recht auf angemessenen Wohnraum, die Hindernisse für die Sanierung von Wohnungen und die Auswirkungen der Finanzialisierung, wobei die Notwendigkeit von klimaresilientem, bezahlbarem Wohnraum für alle betont wird.
Um diese Ziele zu unterstützen, bietet die FITTER-EU-Plattform eine modulare, skalierbare und transparente digitale Umgebung für die Bewertung politischer Maßnahmen. Sie integriert Vorhersagemodelle, Risikobewertung, Systemdenken und die Einbindung von Interessengruppen und hilft den Nutzern dabei, Gefahren zu visualisieren, benachteiligte Gruppen zu identifizieren und Strategien zur Risikominderung zu planen. Die Plattform räumt ihre Grenzen ein, beispielsweise hinsichtlich der Datenqualität und der Unsicherheit von Vorhersagen, und betont die Bedeutung qualitativer Erkenntnisse neben quantitativen Analysen.
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